Eine der Top Methoden aus dem Lean Management ist die Methode Shopfloor Management. Wenn wir es mit einem Spiel aus Kindertagen vergleichen, können wir sagen: Shopfloor Management ist so etwas wie Stille Post, die funktioniert. Was genau Shopfloor Management ist und wie Du auf einfache Art und Weise damit starten kannst, darum geht es in diesem Beitrag.
Das Problem, das geregelte Kommunikation an dieser Stelle lösen kann
Reden ist gut, aber Reden mit System noch besser
Kennst du das? In der Produktion gibt es immer wieder Kommunikationsprobleme. „Das hat mir keiner gesagt!“, „Ich wusste nicht, dass das ein Problem ist!“ oder „Ich dachte, das macht jemand anders!“ – solche Sätze hörst du täglich? Dann ist es höchste Zeit für Shopfloor Management! Stell dir vor, es gäbe eine Methode, die genau diese Missverständnisse ausmerzt und gleichzeitig deine Produktion effizienter macht. Klingt gut? Dann lies auf jeden Fall weiter! Alternativ kannst Du Dir auch unseren Podcast No More Kuddelmuddel anhören. Auch hier findest Du allerhand Praxistipps rund um Lean Management und die Shopfloor Management Methode.
Was ist Shopfloor Management eigentlich?
Dein System für die richtigen Informationen zur richtigen Zeit
Shopfloor Management ist, einfach gesagt, Führung direkt dort, wo die Wertschöpfung stattfindet: auf dem Shopfloor, also in der Produktion. Es geht darum, Informationen strukturiert und regelmäßig zu kommunizieren, Probleme frühzeitig zu erkennen und gemeinsam schnell Lösungen zu finden. Kurz gesagt: Es ist eine Art Stille Post – nur dass die Nachricht am Ende auch wirklich korrekt ankommt! Wenn Shopfloor Management in Perfektion aufgebaut ist, funktioniert es über alle Unternehmensebenen hinweg.
So funktioniert die erste Schritt mit
Starte im Kleinen, quasi Shopfloor Management light
1. Tägliche Meetings mit fester Agenda
Ein Shopfloor-Meeting ist keine „Laber-Rhabarber-Runde“, sondern eine gezielte Kommunikationsrunde mit fester Agenda. Die Meetings finden zu einem festen Zeitpunkt statt (z. B. jeden Morgen um 07:00 Uhr) und dauern nicht länger als 15 Minuten. Dabei wird über vordefinierte Punkte gesprochen, also über eine feste Agenda, wie zum Beispiel:
- Wichtige Kennzahlen wie zum Beispiel
- Reklamationen vom Vortag
- Aufträge für diesen Tag
- Abwesenheit durch Krankheit oder Urlaub
- Zusatzaufgaben an diesem Tag
- Wichtige allgemeine Informationen (z. B. anstehende Audits)
2. Das Shopfloor-Board – Dein visueller Helfer
Damit nichts vergessen wird, gibt es ein Shopfloor-Board, auf dem die wichtigsten Informationen visualisiert werden. Hier kannst Du auf einen Blick sehen, ob die Zahlen stimmen oder ob es Abweichungen gibt. Das hilft dabei, Probleme sofort zu identifizieren und gezielt Maßnahmen abzuleiten. Das Shopfloor-Board spiegelt deine Agenda wider und unterstützt somit auf visuelle Art und Weise die Punkte, die ihr der Reihe nach besprecht. Die Reihenfolge der Agenda und die Reihenfolge der Grafiken und Kennzahlen auf dem Board sollten somit deckungsgleich sein.
3. Moderation? Am besten rollierend!
Die Meetings sollten nicht immer von der gleichen Person moderiert werden. Eine wöchentliche Rotation sorgt dafür, dass jeder mal die Verantwortung übernimmt – und sich niemand „wegducken“ kann. Solltest Du von Null an mit Shopfloor Management starten, behalte die Moderation in den ersten Wochen selbst in der Hand, bis ihr den Roten Faden habt, danach gebe die Moderation ab.
Welche Probleme löst Shopfloor Management?
Mit dieser Methode gehören folgende Herausforderungen der Vergangenheit an:
- Fehlende Transparenz: Alle wissen jederzeit, was Sache ist.
- Schlechte Kommunikation: Informationen fließen strukturiert von unten nach oben und wieder zurück.
- Zu langsame Reaktion auf Probleme: Probleme werden täglich erkannt und sofort behoben.
- Geringe Eigenverantwortung: Jeder ist in die Lösungsfindung eingebunden und trägt Verantwortung.
- E-Mails & Meetings ohne Ende: Viele Rückfragen erledigen sich von selbst, weil alle informiert sind. Weitere Unterbrechungen im Tagesverlauf nehmen rapide ab.
Shopfloor Management in der Praxis
Zielgerichtete Kommunikation bringt Zeitgewinn und Kostenersparnis
Ein mittelständisches Unternehmen konnte mit Shopfloor Management die Kommunikation zwischen den Abteilungen um 25 % verbessern. Dazu kannst Du Dir auf unserer Homepage gerne den Use Case durchlesen, dort wird das Shopfloor Management Projekt ausführlich beschrieben. Ein anderes Unternehmen reduzierte die Anzahl der Fehlteile drastisch, weil sie täglich über fehlende Bauteile sprachen und frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiteten.
Ein weiteres Beispiel: Ein kleines Team von fünf Personen senkte durch Shopfloor-Meetings seine Reklamationsquote erheblich. Die Reklamationen lagen hauptsächlich darin, dass Ware für den Transportweg nicht ausreichend verpackt wurde. Ein Besuch beim weltweit tätigen Transportunternehmen vor Ort, mit dem die Ware versendet wurde, öffnete allen die Augen. Es wurde deutlich, weshalb die derzeitige Verpackungstechnik nicht ausreichend war. Danach wurde die „Standardverpackung“ neu definiert. Des Weiteren wurde die Verpackung der Ware gezeigt, die zu Reklamationen geführt hatte. Es wurden im Rahmen der kurzen Shopfloor Management Meetings direkt Verbesserungen überlegt und die Reklamationen waren bereits nach wenigen Wochen Geschichte. Kosten konnten stark gesenkt und die Kundenzufriedenheit deutlich erhöht werden. Die Ideen das Transportunternehmen zu besichtigen und dem Vorzeigen der fehlerhaften Verpackungen wären ohne Shopfloor Management nicht entstanden.
Fazit: Jetzt mit Shopfloor Management starten!
Starte klein, in Deiner Abteilung.
Shopfloor Management ist eine einfache, aber unglaublich wirkungsvolle Methode, um deine Produktion effizienter zu machen. Starte klein: Richte ein Shopfloor-Board ein, definiere eine feste Agenda und beginne mit täglichen, kurzen Meetings. In einem weiteren Schritt kannst Du das Shopfloor Management dann über alle Unternehmensebenen hinweg ausrollen.
Viele weitere praxisnahe Lean-Management-Tipps findest du in unserem Podcast „No More Kuddelmuddel – Lean Management auf Deutsch“. Eine neue Folge gibt’s alle zwei Wochen donnerstags. Natürlich überall, wo es Podcasts gibt, oder direkt hier.
In diesem Sinne: No More Kuddelmuddel!